Die Deutsche Bundeswehr soll sich auch im Süden von Afghanistan blicken lassen und aktiv an den Kämpfen Teilnehmen. Das zumindest verlangen unsere Europäischen Nachbarn, Kanada und die USA. Letzt genannte werfen uns sogar immer häufiger vor, dass die Deutschen sich vor den Kampfeinsätzen drücken.
Scheinbar merken sie langsam das sie sich mit diesem Einsatz ein wenig übernommen haben und wie Sinnlos dieser ist.
Die Bundeswehr auch in den Süden von Afghanistan zu schicken, wäre meiner Meinung nach, einer der größten Fehler in der Geschichte der Bundeswehr. Ich hoffe also das die Regierung ihrer Linie treu bleibt und sich nicht unter Druck setzen läßt. Momentan versichern sie zumindest, das sie unsere Truppen nicht in den Süden schicken.
Sollten sie ihre Meinung ändern, wird sich wahrscheinlich ganz schnell zeigen warum ich glaube das es ein großer Fehler ist. Die zu beklagenden Opfer unter Deutschen Soldaten, würden wahrscheinlich in kürzester Zeit, die der oben genannten Staaten übertreffen. Natürlich ist jedes zu beklagende Opfer, egal aus welchem Staat und welcher Nationalität, ein Opfer zu viel.
Die Deutsche Bundeswehr ist auf solche Einsätze, in denen sie in jeder Sekunde mit Kampfhandlungen rechnen muß, jedenfalls überhaupt nicht vorbereitet. Mit den Einsätzen, die sie momentan bewältigen müssen, haben sie auf alle Fälle mehr Arbeit als gut für sie ist.
Ich war selbst 4 Jahre bei der Bundeswehr, war viel im Ausland unterwegs und unter anderem auch für 5 Monate im Kosovo. Ich sprech also auch aus eigener Erfahrung wenn ich hier sage, dass es der Bundeswehr an allem fehlt was für solche Einsätze nötig ist. Allem vorran das nötige Geld. Allerdings werfen sie das an anderer Stelle auch zum Fenster raus, aber darüber habe ich ja schon berichtet.
In meiner Einheit in der ich damals war, befanden sich ausschließlich Zeitsoldaten und freiwillig länger dienenden. Wenn man sich entscheidet länger bei der Bundeswehr zu bleiben und nicht nur die normale Wehrpflicht abzureißen, muß man sich darüber im klaren sein das man auch in Auslandseinsätze geschickt wird. Man unterschreibt sogar dafür, das man sich darüber im klaren ist und dieses akzeptiert.
Als es dann aber hieß das unsere Kompanie in den Kosovo verlegt wird, gingen einige zum Kompaniechef und sagten das sie das nicht machen werden. Ich fragte mich wirklich woran sie dachten als sie sich entschieden Zeitsoldat zu werden. Sie wurden dann aus der Bundeswehr entlassen, ohne die sonst übliche Abfindung und ohne weitere Rechte. Meiner Meinung war das richtig so, schließlich wußten sie worauf sie sich einlassen.
Ich weiß natürlich nicht, in wie weit sich die Vorbereitung und Ausbildung auf die aktuellen Einsätze verändert haben. Da ISAF ja auch schon ein paar Tage läuft, werden sie sicher (hoffe ich jedenfalls) schon auf ein paar Besonderheiten eingegangen sein. Wie man uns 1999 als 2. Kontingent für den Einsatz im Kosovo vorbereitete, hatte nicht so viel mit dem zu tun, was uns dann wirklich erwartet hatte. Die ganze Planung von dem Einsatz ließ noch sehr zu wünschen übrig und man merkte schnell und oft was noch nicht so richtig durchdacht war und mit was man nicht gerechnet hatte.
Das es auch an dem richtigen Material fehlt, sollte jedem klar sein der selbst bei der Bundeswehr war. Ich schilder nur mal ein paar kleine Beispiele aus meiner Erfahrung und dem was ich im Kosovo erlebte.
Wir hatten unser Lager im Kosovo auf einem ehemaligen Fabrikgelände. 4 Tage nach dem wir das Lager bezogen, kam plötzlich ein Minenräumdienst und sperrte einen Teil vom Gelände ab. Auf unsere Frage warum, wurde uns nur kurz mitgeteilt das dieses Stück noch nicht auf eventuell vorhandene Minen untersucht wurde. Ob unser Stab und unsere Führung vor Ort davon wußten ist mir leider nicht bekannt, aber vermutlich nicht. Ihr könnt euch aber vielleicht vorstellen, wie einem das Herz in die Hose rutscht, wenn man so etwas hört. Besonders wenn man selbst, in den letzten 2 Nächten Wachdienst hatte und während dem Streifengang, unter anderem auch über diesen Teil vom Gelände gelaufen ist.
Desweiteren gab es in den ersten 6 bis 8 Wochen, keine Möglichkeit mit der eigenen Familie Kontakt aufzunehmen. Das man mit dem Handy dort nichts erreichen konnte war uns klar, aber auch sonst war nichts möglich. Nicht mal Briefe konnte man in dieser Anfangsphase absenden. Die Familien und Freunde zu Hause hatten während dieser Zeit also keine Ahnung wo sich die Angehörigen befanden und ob es ihnen gut ging.
Man hatte vergessen! für genügend Zelte zu sorgen. Wir haben also für ca. 5 Wochen in einer ehemaligen Fabrikhalle auf Holzpaletten in unseren Schlafsäcken geschlafen.
Holzpaletten deswegen, damit die Ratten unter uns hinweg laufen und nicht in unsere Schlafsäcke kriechen. Gegen die Taubenscheiße die von oben kam konnten wir uns genauso schlecht retten.
Natürlich ist so ein Auslandseinsatz nie ein Zuckerschlecken das war den meisten meiner Kamerade und auch mir klar. Wir haben uns nie wirklich über unsere Situation dort unten beklagt. Wir haben einfach versucht das beste daraus zu machen. Ich könnte jetzt auch noch Geschichten erzählen was für kranke Typen da manchmal auch mit runter geschickt wurden. Allerdings dürfte euch nach den Bildern auf denen Soldaten mit Totenschädel posierten klar sein, dass manche der Truppe im Ausland bzw. in der Bundeswehr nichts zu suchen haben. Schwarze Schafe gibt es aber überall.
Ich hoffe sehr, dass sich inzwischen einiges bei der Bundeswehr getan hat, aber für Kampfeinsätze sind sie deswegen noch lange nicht bereit.
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Ich gestehe, was die allgemeinen News und Nachrichten angeht, bin ich momentan ganz schlecht informiert und habe das mit den BW-Soldaten und den Totenköpfen wirklich nur ansatzweise mitbekommen. Ich hatte einen ganz anderen Gedanken, als ich die Bilder sah und die ganze Aufregung drum herum: Was ist, wenn der Schädel einem Russen oder einem sonstigen “Feind” der Afghanen gehörte? Also einem Menschen den sie abgrundtief hassten? Hätten die sich dann immer noch so aufgeregt? Gerade die Völker mit solch, ich möcht mal sagen ethischen Eigenarten.
Das es hierzulande völlig egal ist, wem der Schädel mal gehörte, weil die Tat als solche unseren moralischen Vorstellungen nicht entspricht sollte wohl jedem klar sein. Schließlich leben wir nicht in einer Gemeinschaft in der man sich mit den Knochen der Feinde schmückt …