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Zwischenablage *Update

Von Majoran am Wednesday, 28. June 2006, u06 14:00
Abgelegt unter Gedanken

Ich hab in meinem Feuerfuchs einen Ordner der nennt sich Zwischenablage. Da pack ich alles rein was ich noch lesen, anschauen oder worüber ich noch schreiben will.
So landete auch der SpOn-Artikel “Eingeölt und angeschmiert” in diesem Ordner. Heute Vormittag wollte ich mir diesen anschauen und als ich auf die Verknüpfung klickte und nichts passierte dachte ich mir noch nichts dabei. Gerade wollte ich es noch einmal probieren, aber wieder kam nicht der eigentliche Artikel.


Satire darf giftig sein, muss zuspitzen, übertreiben. Sie darf aber nicht so missverständlich sein, dass sie nur beleidigt. Die Kolumne “Eingeölt und angeschmiert”, die SPIEGEL ONLINE am Dienstag veröffentlicht hat, ist solch ein Fall.
Unser Kolumnist Achim Achilles hat den Auftrag, an der Grenze zur political uncorrectness zu formulieren. Das gelingt fast immer mit Witz und Charme. In diesem Fall nicht. Seine Kolumne überschritt in einigen Passagen die Grenzen des guten Geschmacks, in anderen häufte er Klischees an, die in der Summe zu Missverständnissen und Empörung geführt haben.

Jetzt ärger ich mich das ich den Artikel nicht sofort gelesen habe und mein Interesse ist natürlich erst recht geweckt. Hat zufällig jemand den Artikel?

Update: Der Link den ich erst in den Kommentaren hatte funktionierte nicht deswegen hier jetzt noch mal den Text um den es ging.

Der italienische Mann, nennen wir in Luigi Forello, ist eine parasitäre Lebensform. Er ist nicht in der Lage, ohne fremde Hilfe zu überleben. Irgendwo saugt er sich immer fest. Und dann lässt er sich fallen. Gern auch auf dem Fußballplatz. Luigi Forello ist fortgesetzt damit beschäftigt, seine Hilflosigkeit zu zeigen. Das fängt schon beim Namen an. Wer nicht Luigi heißt, hört auf “Andrea” oder “Luca”.

Luigis vorrangiges Lebensziel ist das Vermeiden von Anstrengung. Liebstes Wirtstier ist “La Mama”, seine großbrüstige Erzeugerin, die ihm seine halbseidenen Socken wäscht und jeden Tag Nudeln kocht, mit dick Soße drauf. Wenn er ungefähr 30 Jahre alt ist, wechselt der italienische Mann die Köchin. Er heiratet, um sich fortzupflanzen. Die Folgen sind grausam. Eine ehemals strahlend schöne Italienerin verwandelt sich binnen weniger Monate in eine breithüftige Küchenmaschine - eine neue Mama. Das ist ihm aber egal, denn Luigi ist mit der Teilnahme an einem Autokorso beschäftigt, sofern sein klappriger Fiat es bis dahin schafft. Zum Essen ist er aber wieder da.

Beim Sport ist unser Luigi besonders tückisch, wie man jedes Jahr millionenfach an den Stränden der Adria beobachten kann. Er braucht Stunden, um seinen schmächtigen Körper und das Haupthaar einzuölen, seinen Rücken von Fellresten zu befreien und sein wenig spektakuläres Gemächt in eine viel zu enge Badehose zu stopfen. Dann stolziert er stundenlang umher, um schließlich maximal fünf Minuten beim Strandfußball mitzumachen. Er springt wie ein Wahnsinniger umher, imitiert brüllend Gesten, die er im Fernsehen gesehen hat, trifft den Ball höchst selten, die Knochen der anderen dafür umso härter.

Weil er schnell erschöpft ist, genügt ihm die leiseste Berührung eines Gegners, um melodramatisch zu Boden zu gehen. Noch im Stürzen wirft er einen Blick ringsum, ob im Publikum genügend Menschen sind, insbesondere Frauen, die ihn bemitleiden und wieder aufpäppeln. Schmachtende Blicke deutscher Urlauberinnen sind die Lebensgrundlage des italienischen Mannes.

Insofern geschah gestern nicht Ungewöhnliches. Fabio Grosso fiel im Strafraum und grinste noch im Fallen. Der nicht minder ölige Francesco Totti verwandelte dann den Elfmeter gegen Australien. Danach lutschte er am Daumen. Das ist normal bei italienischen Männern. Es war wie immer. Am Freitag werden die kickenden Holzfäller aus der Ukraine eingeölt und angeschmiert. So schlawinern sich die Italiener mal wieder bis ins Halbfinale. Dann, liebe Luigis, ist allerdings Feierabend. Wir haben da noch ein paar Rechnungen vom letzten Italien-Urlaub offen.

via: Don Dahlmann, Feldpost, Shanas Tagebuch


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3 Leser haben ein Kommentar hinterlassen

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1977. Thomas sagt,
Wednesday, 28. June 2006 um 15:31
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1984. Majoran sagt,
Thursday, 29. June 2006 um 01:20

Danke Thomas!

Und deswegen die ganze Aufregung? Etwas warheit steckt immer in Satire. ;)

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1985. Majoran sagt,
Thursday, 29. June 2006 um 01:25

Nachtrag: Ich glaub darum ging es gar nicht.
Nachtrag II: siehe Update
Nachtrag III: Kommentar 2 trifft aber auch darauf zu!

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