Ich hab ein Problem. Ja ich gebe es jetzt ganz offen und ehrlich zu. Ich bin Süchtig.
Ein Abhängiger ein Junkie oder wie auch immer man es nennen will. Ich lebe schon viele Jahre mit der Sucht und ich lebe inzwischen gut damit. Ich habe die Sucht auch einigermaßen unter Kontrolle, aber das bilden sich ja eigentlich alle Abhängigen ein.
Ich habe lange gebraucht bis ich mir meine Sucht eingestanden habe, inzwischen kann ich damit umgehen. Ich stehe dazu das ich süchtig bin und ich kann inzwischen ganz offen darüber reden.
So eine Sucht ist teuer, besonders meine. Ich habe inzwischen meinen Fernseher und mein Radio verkauft. Gestern habe ich die Abmeldung der Geräte an die GEZ geschickt. Ich hoffe das sie diese Abmeldung akzeptieren. Ich hätte dann immerhin 51 Euro und 9 Cent mehr im Quartal zur verfügung.
Das schlimme an meiner Sucht ist aber, das ich meine Droge überall bekomme. Ich bekomme sie leichter als Alkohol, Hasch oder Kokain. Die Droge ist zwar nicht so teuer wie Kokain, aber Alkohol ist zum Beispiel günstiger. Die Preisentwicklung verschiedener Drogen kann man übrigens hier nachlesen.
Zum Leidwesen von meinem Bankkonto, ist auch noch eine der besten und teuersten Arten mein Favorit. Sozusagen der Schwarze Afghane unter den …
Eissorten.
Ja ich bin Eissüchtig! Jetzt werden sicher einige sagen der spinnt oder der flunkert doch, aber es ist wahr. Ich habe mir Yoghurt und die „Fruchtzwerge“ schon in die Tiefkühltruhe gelegt, da gab es noch nicht einmal diese kleinen albernen Plastikstiele dafür. Auch „Obstgarten“ landete zuerst durch meine Hand im Gefrierfach. Erst viel später kamen auch die Hersteller auf die Idee. Leider erhielt ich nie eine Vergütung dafür, obwohl es eigentlich doch meine Idee war. Ich bin selbst schuld, denn ich habe es mir nie patentieren lassen oder was man da auch immer hätte tun müssen. Aber seit wann teilen Junkies freiwillig ihren besten Stoff.
Auch habe ich viel mit anderen Lebensmitteln experimentiert. Lange bevor ich meine Lehre als Koch begann bzw. überhaupt daran dachte Koch zu werden, mixte und rührte ich alles zusammen was der Vorratsschrank hergab. Ich hatte natürlich keine Ahnung davon wie man überhaupt Eis herstellt, aber das war egal. Hauptsache es war später gefroren und noch einigermaßen genießbar. Zum Beispiel habe ich irgendwann mal durch das Fernsehen gelernt, das gutes Speiseeis mit Eiern hergestellt wird. Leider haben sie nicht verraten wie das genau funkktioniert. Ich war auch zu Jung um zu verstehen, das es nicht reicht ein Ei mit Milch und Vanillinzucker zu verrühren. Aber egal, ich hab es probiert. Das Ergebnis war nicht das was ich mir erhofft habe, gegessen habe ich es trotzdem. Auch mit dem älter werden sollte ich nicht über meine Sucht hinweg kommen. Im Gegenteil denn mit dem ersten selbst verdienten Geld, trat eine gewisse Freiheit in mein bis dato vom guten Willen der Eltern abhängigen Leben. Ich konnte mir Eis kaufen wann und wo auch immer ich wollte und das lebte ich auch hemmungslos aus. Wie schlimm meine Sucht ist, sollte ich merken als ich meinen Führerschein hatte. Ich erstand mein erstes Auto. Einen Trabant 601 deluxe. Deluxe übrigens weil reichlich Sonderausstattung vorhanden war. Nämlich ein farblich abgesetztes Dach, eine Heckscheibenheizung, Nebelschlussleuchte und ein Rückfahrscheinwerfer. Es wurde also an nichts gespart, aber ich schweife ab.
Auch einen Trabant mußte man betanken. Glücklicherweise sind Tankstellen damals wie Pilze aus dem Boden geschossen. Die Tankstellen wurden zu meinem ganz persönlichen Eisdiele Eisdealer. Ich bin davon überzeugt, das die Eistruhen erst in die Nähe der Kassen aufgestellt wurden, als ich meinen Führerschein hatte. Ich kam aber wirklich nie an den Geräten vorbei ohne das ich mir ein „Magnum“ raus nahm. Ich habe oft nur so viel getankt, dass das Geld auch noch für ein Eis reicht. Sollte es mal vorgekommen sein, das ich an der Kasse stand und wirklich nur meine Tankrechnung bezahlt habe, ohne mir ein Eis zu nehmen (kam natürlich sehr selten vor), fragte man mich ob ich Krank sei oder ob mit mir alles in Ordnung ist. Ehrlich so war das wirklich damals. Heute ist es aber nicht anders. Mein Kühlschrank ist oft mal leer, weil ich einfach zu faul bin keine Zeit habe zum einkaufen. Was aber gar nicht geht und was wirklich sehr selten vorkommt ist das ich kein Eis zu Hause habe. Diese Sucht wird mich wahrscheinlich bis an mein Lebensende verfolgen, aber ich glaube das es sich damit leben läßt. Und wenn nicht bleiben mir ja immer noch Ersatzdrogen. Nougat und Karamell ist, wenn man es so nennen mag, mein Methadon. Wer oder was diese Sucht überhaupt auslöste weiß ich nicht. Vielleicht sind wir Uckermärker aber auch von Natur aus so. Wie sonst läßt sich erklären das wir sogar Biereis herstellen.
Was ich aber nie verstehen werde ist, das man nur im Sommer so leicht an Eis kommt. Ich brauch auch im Winter meine Dosis.
PS: Zum Biereis aus Prenzlau suche ich noch nach dem passenden Link.
Den virtuellen Arschtritt endlich darüber zu schreiben, verpasste mir übrigens Neri mit diesem Artikel. Der erwähnte Durchschnittswert von 6,33Liter Eis die ein Deutscher pro Jahr konsumiert, dürfte bei mir ungefähr der Wochenverbrauch sein.
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Hast schon mal drüber nachgedacht dir so ne eismaschine zu kaufen? Meine Oma hatte so ein Teil, dazu gab´s ein Rezeptebuch und ich denke, im Netz lassen sich weitere finden. Eine Anschaffung die durchaus lohnen würde, du hättest dein eigenes Drogenlabor, könntest diese quasi selbst herstellen.
Die Sache hat nur eine Haken: Musst eben einkaufen gehen um die Zutaten zu haben ;)