Wie hier angekündigt gibt’s heute die nächste Geschichte.
Als ich 1997 meine IHK-Prüfung ablegte, um mich danach Koch nennen zu dürfen, lief das ganze ungefähr so ab.
Man bekam den Termin zur Praktischen Prüfung und konnte sich ein wenig vorbereiten. Eigentlich aber nicht wirklich, weil man vorher natürlich nicht wußte was genau in der Prüfung passieren wird.
Am besagten Termin kam man dann also zum Ort des Grauens Geschehens mit ca. 9 anderen die das gleiche flaue Gefühl in der Magengegend hatten. Man zog einen Zettel aus einem Topf und bekam so seinen Arbeitsplatz für die Prüfung zugewiesen. Am Arbeitsplatz stand dann der Warenkorb mit allen Lebensmitteln die man benötigte. Erst als die Prüfung offiziell begonnen hat, durfte man eine kleine Karteikarte umdrehen auf der dann das Menú stand das man innerhalb der 4 Stunden zubereiten muß.
Und dann mußte man sich Gedanken machen und auch loslegen ansonsten wurde es knapp.
Und jetzt erzähl ich euch mal wie es heute ist:
Den Zeitraum weiß ich jetzt nicht ganz genau, aber ich glaube es sind ca. 4 Wochen vorher.
Also 4 Wochen vor dem eigentlichen Prüfungstermin ungefähr, bekommen die zur Prüfung angemeldeten Azubis eine Liste. Auf dieser Liste stehen alle Lebensmittel die am Prüfungstermin zur Verfügung stehen und das ist eine relativ große Auswahl. Anhand dieser Liste kann der zu Prüfende sich selbst! ein Menú zusammenstellen. Der Vorteil an der ganzen Prozedur ist natürlich das man so schon vorher sein Menú kennt und ca. 1 Monat fleißig üben kann.
Bei dem Ablauf kann man eigentlich gar nicht durchfallen, zumindest nicht in der Praktischen Prüfung.
Jetzt kann man darüber denken wie man will, ich zumindest halte diese Änderung jedenfalls nicht für sehr sinnvoll.
Wenn die Prüfung so wie bei mir ablief, konnten die Prüfer genau beurteilen wie effektiv man arbeitet. Es hört sich viel an, für ein 3 Gänge Menú 4 Stunden zeit zu haben. Das ist aber nur dann viel, wenn man schnell arbeitet und weiß in welcher Reihenfolge man vor gehen muß. Bloß weil das Dessert als letztes serviert wird, heißt das ja nicht das man das auch als letztes vorbereiten muß. Wer sich ein bißchen auskennt wird verstehen was ich meine. Aber was wollen die denn bitte jetzt bewerten? Wie gut man das eigene Menú gelernt hat? Klar gehören noch andere Dinge dazu wie zum Beispiel das saubere Arbeiten und auch das anrichten zum richtigen Zeitpunkt und natürlich auch der Geschmack.
Wenn man jetzt noch bedenkt, wieviele den Beruf Koch wählen weil sie den Ausbildungsplatz den sie sich eigentlich wünschten nicht bekommen haben. Das einer der letzte verzweifelten Versuche war eine Lehrstelle zu bekommen und sie nun glücklicherweise angenommen wurden. In der heutigen Zeit ist es ja leider so, das man meistens nehmen muß was man kriegt. Dann kann man sich aber auch denken, wieviele wirklich mit „Herzblut“ dabei sind.
Versteht mich nicht falsch, ich mecker auch öfter oder sag ich hab heute keine lust. Aber wem geht das denn nicht so in seinem Job? Im grunde liebe ich aber meine Arbeit und mache sie wirklich gerne. Vielleicht finden einige von denen auch noch gefallen an dem Job, aber viele werden wenn überhaupt nur halbherzig bei der sache sein und das wird man dann auch schmecken. Außerdem ist diese Arbeit wirklich nicht einfach. Es ist ja nicht nur am Herd stehen und in einem Topf rühren.
Deswegen wäre es doch sinnvoller die Prüfung so aufzubauen, das man bei dieser auch wirklich sehen kann, ob der Azubi wirklich was auf dem kasten hat und versteht was er macht und von ihm verlangt wird.
Man kann also eigentlich kaum mehr durch dies Prüfung durchfallen und das ist für den Berufszweig und natürlich auch für die Deutsche Gastronomie sicher nicht gut.
Allerdings habe ich trotz den vereinfachten Bedingungen, bedenken das der ein oder andere Kandidat den ich kennengelernt habe das wirklich schaffen wird.
Aber da kommen wir schon zum nächsten Problem, es kann durchaus sein das der Küchenchef, bei dem der Azubi lernt auch in der Prüfungskommision sitzt. Wenn der Azubi also so ein richtiger Spacken ist, der Küchechef und Prüfer also verständlicher weise keine lust mehr hat, den noch ein weiteres halbes Jahr bei sich zu beschäftigen. Dann spricht er sich mit den anderen Prüfern (man kennt sich ja untereinander) ab und dann besteht der Auszubildende seine Prüfung. Vielleicht mit ach und krach aber er kommt durch. Von solchen Machenschaften wurde mir leider wirklich schon berichtet. Sicher ist das eine Ausnahme, aber in jedem Fall der faksche weg.
Wenn man diese Tatsachen sieht, dann brauch man sich nicht wundern wenn die deutsche Gastronomie es schwer hat sich zu behaupten gegen Griechische, Chinesische oder Indische Restaurants. Welche ja durchaus eine ausgezeichnete Küche haben, nur um das mal festzuhalten.
Und damit hier nicht der Eindruck entsteht das ich mich für den besten Koch Deutschlands halte, erzähle ich anfang nächster Woche die nächste Story. Diesmal dann einen der peinlichsten Momente meiner laufbahn. Nämlich wie ich mich beim Zacherl persönlich blamierte.
Tags: Bahn, cache, Deutschland, Foto, Gedanken, Koch, Kochen, Lebensmittel, Wahl, Wordpress














Sind diese Fernsehlöche eigentlich wirklich solche Koryphäen, oder sind die einfach nur kameratauglich, aber fachlich nicht unbedingt besser als jeder vernünftige Koch?
Der Zacherl hat glaube ich ja mal was bekommen, nen Stern oder ne Haube oder so - aber dieser Tim Mälzer… ich weiß nicht. Ich hätte irgendwie Bedenken, den in meine Küche zu lassen.