Archive for Februar, 2006
Top 250
by Majoran on Feb.28, 2006, under Geplapper
Da prüfe ich so nichts ahnend und eher nebenbei welche verlinkungen zu mir führen und stoße dabei auf diese Seite. Und was seh ich da auf Platz 243 *g
Mein kleines Blog wird da aufgeführt. In einer Reihe mit Stars wie Lyssas Lounge, der Vorspeisenplatte, dem Shopblogger, den Popnutten, der Spreepiratin, dem Werbeblogger, dem Zappelfillip, Ehrensenf, wirres.net, und MC Winkel.
Das ist mal was fürs Ego.
Der Kampf mit dem Seeteufel
by Majoran on Feb.28, 2006, under Geplapper
Es war im Jahre 2003, ich wohnte in Berlin Charlottenburg und in Köpenick verdiente ich mein Brötchen. Da war ich, egal ob mit meinem Bully oder der S-Bahn, schnell mal 45 Minuten unterwegs und hatte 25 Km auf dem Tacho bevor ich ankam. Für den Rückweg brauchte ich in der Regel etwas weniger, da ich meistens bis spät Abends arbeitete und dann war ja nicht mehr so viel los auf den Straßen.
Es war ein Fischrestaurant in dem ich „anschaffen“ ging. Mit den Kollegen kam ich super aus, die waren mir alle sehr Sympathisch. Bis auf den Chef und seine Freundin die Geschäftsführerin war, aber eigentlich von der Gastronomie nicht den blassesten schimmer hatte. Oder würdet ihr euch wohl fühlen wenn die Servicekraft jeden Teller einzeln zum Tisch bringt, weil sie in der anderen Hand das Telefon hat, um ihrer Freundin vorzujammern das sie von ihrem Stecher wieder betrogen und schlecht behandelt wird? Aber das ist eine andere Geschichte. Germerkt haben sie jedenfalls nicht das sie mich nervten, eine echte Küchenhure gibt ihren Kunden immer das Gefühl was besonderes zu sein.
Jedenfalls dachte ich mir aber, das es trotz lustiger Gäste und dem konsumieren von Kakao und Zigaretten mit nicht erlaubten Inhaltsstoffen hinter dem Räucherofen, zeit wird die Lokalität zu wechseln. Durch zufall habe ich erfahren das Ralf Zacherl in der Weinbar Rutz als Küchenchef tätig war. An einem meiner freien Tage faßte ich also den entschluß, mich mal nach Berlin Mitte aufzumachen und besagtes Etablissemant einen Besuch abzustatten.
Ich wußte nicht ob es was bringt, aber ich dachte einen Versuch ist es wert einfach mal nachzufragen ob sie mich einstellen.
Ich betrat als den kleinen und gemütlichen Nobelschuppen und fragte die gutaussehende ThresenschlampeBardame mit zittriger Stimme, ob denn der Herr Zacherl zu sprechen ist. Zu meinem Glück war er auch tatsächlich da und empfing mich nach kurzer Wartezeit. Ich trug ihm mein Anliegen vor, zeigte meine Unterlagen und wir machten etwas Smalltalk. Wie sich rausstellte, brauchten sie tatsächlich ein neues Mitglied für die Küchencrew. Wir vereinbarten also, das ich mich Telefonisch melde sobald ich wußte, wann ich wieder einen freien Tag habe und diesen auch opfern kann. Und so geschah es auch, eine Woche später war es soweit. Ich stand erst in der Umkleide und dann in der Küche neben Ralle. Bevor es an die Arbeit ging, setzte sich das ganze Personal zusammen um gemeinsam zu Mittag zu essen. Es gab Spaghetti, ich glaube Carbonara, aber genau weiß ich es nicht mehr. Nur das es auch nicht anders schmeckte als die Version von Miracoli. Mir wurde der Chef vorgestellt und seine Frau und ich mußte unweigerlich an das Fischrestaurant denken, als ich hörte das sie beide im Restaurant tätig sind. Man unterhielt sich über Gott und die Welt und ich merkte schnell, das ich außerhalb der Küche keine Freunde finden würde. Die lebten in einer anderen Welt, aber egal mein Motto lautet ja: „Ich bin nicht hier um Freunde zu finden“ also wäre das auch kein Problem und ich würde damit umgehen können.
Nach dem Essen sollte es also losgehen und ich wurde kurz eingewiesen wo sich was befindet und was man sonst noch so wissen mußte. Aus dem CD-Player dröhnte die neue Platte von Metallica, die erst seit ein paar Tagen auf dem Markt war. Das war schon eher nach meinem Geschmack, als das geplapper beim Mittagessen. Ich bekam ein paar Aufgaben zugewiesen und absolvierte diese Souverän, trotzdem war ich immer noch so aufgeregt wie 6jährige kurz vor der Bescherung und ich ahnte schon, das dass kein gutes zeichen sein kann. Es kam also was kommen mußte.
Ich bekam 2 Seeteufel in die Hand gedrückt mit den Worten, „Filetiere die mal, brauchn wir für heute Abend“. Kein Problem hörte ich mich noch sagen, als sich schon der Blaue Bildschirm vor meinem inneren Auge öffnete.
Filetieren? Ok! Wie? Hmm!
Ich hatte den schlimmsten Blackout, seit dieser schrecklichen Matheprüfung in der 8. Klasse. Ich wußte was Filetieren ist und ich wußte was ein Seeteufel ist, aber nicht wie ich die beiden Dinge verbinden kann. Die Tatsache das ich zu der Zeit im erwähnten Fischrestaurant tätig war hat mir nicht viel geholfen. Der dortige Chef war kein Freund von Veränderungen, egal ob auf der Karte oder im Laden. Schon gar nicht wenn diese Veränderungen mit mehr Investitionen verbunden waren. Die Gäste waren auch nicht gerade die Leute, die mit Seeteufel oder Kobe-Rind was hätten anfangen können.
Aber zurück zum Thema, ich stand dort also mit dem Messer in der einen und dem Seeteufel in der anderen Hand. Ich hatte keine Ahnung wie ich anfangen sollte und versuchte mich krampfhaft zu erinnern. Ausbildung? Da hatten wir doch öfter Seeteufel! Aber in meinem Kopf war nur leere. Ich begann dann mehr schlecht als recht den Seeteufel zu filetieren, ich glaub es grenzte mehr an Vergewaltigung. Mein verzweifelter Blick und das untalentierte geschnippel blieben natürlich nicht unbemerkt vom Zacherl. Der zeigte es mir dann noch mal wie es richtig geht, ich fühlte mich wieder wie im ersten Lehrjahr und in der Küche hatte für einen moment jeder was zu lachen, als er erwähnt das ich momentan in einem Fischrestaurant arbeite. Hach ja wer den schaden hat … Jedenfalls war das einer der peinlichsten Momente in meinem Leben. Der rest des Abends lief dann glücklicherweise doch noch besser und ich konnte beweisen, das ich doch noch was kann.
Bekommen hab ich den Job damals aber trotzdem nicht. Was allerdings nichts mit dem Seeteufel zu tun hatte, wie mir auch Herr Zacherl später noch bestätigte. Ganz unschuldig war der aber auch nicht, denke ich. Rückwirkend betrachtet, war das aber auch kein großer Rückschlag muß ich sagen. Ich denke ich hätte mich da auch nicht so wohl gefühlt, aber eine interessante Erfahrung war es allemal.
Das habe ich noch niemandem erzählt bisher, so unangenehm ist mir dieser dunkle Fleck auf meiner Weste, aber jetzt könnt ihr euch darüber lustig machen. ;)
Verrückte auf den Straßen – alles auf Video festgehalten
by Majoran on Feb.26, 2006, under Geplapper
Das ich kein Fan von dem Trubel da draußen bin habe ich ja bereits geschrieben, auch das ich glücklicherweise nicht zur Arbeit mußte heute. Denn alles ist noch schlimmer als vermutet. Wenn ich zum Hotel gehe muß ich quer durch die Fußgängerzone, wo ich das schlimmste vom närrischen treiben vermutet habe.
Aber bis dahin wäre ich wahrscheinlich nicht mal gekommen, weil ich wohl schon direkt vor meiner Haustür von Kamelle erschlagen und unter einem Berg von Konfetti verscharrt worden wäre. ;)
Direkt unter meinem Fenster sind sie vorbeigezogen und auch wenn sie es nie zugeben würden ich weiß genau das sie das alles absichtlicht getan haben. Aber die können mich nicht bekehren, ich schließe mich denen nicht an. Hab mich hier oben verschanzt und alles auf Video aufgenommen, Damit ich Beweise habe wenn es hart auf hart kommt. Falls ich gefasst werde kümmert euch darum das, dass Bildmaterial an die richtigen Leute gelangt. Dann hab ich nicht umsonst alles aufs Spiel gesetzt.
;) Und nehmt nicht immer alles so verdammt ernst.
Video 1 Video 2 Video 3 Video 4 Video 5 Video 6 Video 7 Video 8
PS: Video 7 zeigt typen die aussehen wie Elvis und ganz unter uns, die waren witzig und die machten wirklich coole Musik. Leider habe ich es zu spät bemerkt und es ist kaum zu hören. Das bleibt aber unter uns! Und Video 8 zeigt mit abstand die lustigste Trachtengruppe des Tages.
Kochen lernen? Prüfungsangst? warum das denn? Überflüßiger Firlefanz
by Majoran on Feb.26, 2006, under Geplapper
Wie hier angekündigt gibt’s heute die nächste Geschichte.
Als ich 1997 meine IHK-Prüfung ablegte, um mich danach Koch nennen zu dürfen, lief das ganze ungefähr so ab.
Man bekam den Termin zur Praktischen Prüfung und konnte sich ein wenig vorbereiten. Eigentlich aber nicht wirklich, weil man vorher natürlich nicht wußte was genau in der Prüfung passieren wird.
Am besagten Termin kam man dann also zum Ort des Grauens Geschehens mit ca. 9 anderen die das gleiche flaue Gefühl in der Magengegend hatten. Man zog einen Zettel aus einem Topf und bekam so seinen Arbeitsplatz für die Prüfung zugewiesen. Am Arbeitsplatz stand dann der Warenkorb mit allen Lebensmitteln die man benötigte. Erst als die Prüfung offiziell begonnen hat, durfte man eine kleine Karteikarte umdrehen auf der dann das Menú stand das man innerhalb der 4 Stunden zubereiten muß.
Und dann mußte man sich Gedanken machen und auch loslegen ansonsten wurde es knapp.
Und jetzt erzähl ich euch mal wie es heute ist:
Den Zeitraum weiß ich jetzt nicht ganz genau, aber ich glaube es sind ca. 4 Wochen vorher.
Also 4 Wochen vor dem eigentlichen Prüfungstermin ungefähr, bekommen die zur Prüfung angemeldeten Azubis eine Liste. Auf dieser Liste stehen alle Lebensmittel die am Prüfungstermin zur Verfügung stehen und das ist eine relativ große Auswahl. Anhand dieser Liste kann der zu Prüfende sich selbst! ein Menú zusammenstellen. Der Vorteil an der ganzen Prozedur ist natürlich das man so schon vorher sein Menú kennt und ca. 1 Monat fleißig üben kann.
Bei dem Ablauf kann man eigentlich gar nicht durchfallen, zumindest nicht in der Praktischen Prüfung.
Jetzt kann man darüber denken wie man will, ich zumindest halte diese Änderung jedenfalls nicht für sehr sinnvoll.
Wenn die Prüfung so wie bei mir ablief, konnten die Prüfer genau beurteilen wie effektiv man arbeitet. Es hört sich viel an, für ein 3 Gänge Menú 4 Stunden zeit zu haben. Das ist aber nur dann viel, wenn man schnell arbeitet und weiß in welcher Reihenfolge man vor gehen muß. Bloß weil das Dessert als letztes serviert wird, heißt das ja nicht das man das auch als letztes vorbereiten muß. Wer sich ein bißchen auskennt wird verstehen was ich meine. Aber was wollen die denn bitte jetzt bewerten? Wie gut man das eigene Menú gelernt hat? Klar gehören noch andere Dinge dazu wie zum Beispiel das saubere Arbeiten und auch das anrichten zum richtigen Zeitpunkt und natürlich auch der Geschmack.
Wenn man jetzt noch bedenkt, wieviele den Beruf Koch wählen weil sie den Ausbildungsplatz den sie sich eigentlich wünschten nicht bekommen haben. Das einer der letzte verzweifelten Versuche war eine Lehrstelle zu bekommen und sie nun glücklicherweise angenommen wurden. In der heutigen Zeit ist es ja leider so, das man meistens nehmen muß was man kriegt. Dann kann man sich aber auch denken, wieviele wirklich mit „Herzblut“ dabei sind.
Versteht mich nicht falsch, ich mecker auch öfter oder sag ich hab heute keine lust. Aber wem geht das denn nicht so in seinem Job? Im grunde liebe ich aber meine Arbeit und mache sie wirklich gerne. Vielleicht finden einige von denen auch noch gefallen an dem Job, aber viele werden wenn überhaupt nur halbherzig bei der sache sein und das wird man dann auch schmecken. Außerdem ist diese Arbeit wirklich nicht einfach. Es ist ja nicht nur am Herd stehen und in einem Topf rühren.
Deswegen wäre es doch sinnvoller die Prüfung so aufzubauen, das man bei dieser auch wirklich sehen kann, ob der Azubi wirklich was auf dem kasten hat und versteht was er macht und von ihm verlangt wird.
Man kann also eigentlich kaum mehr durch dies Prüfung durchfallen und das ist für den Berufszweig und natürlich auch für die Deutsche Gastronomie sicher nicht gut.
Allerdings habe ich trotz den vereinfachten Bedingungen, bedenken das der ein oder andere Kandidat den ich kennengelernt habe das wirklich schaffen wird.
Aber da kommen wir schon zum nächsten Problem, es kann durchaus sein das der Küchenchef, bei dem der Azubi lernt auch in der Prüfungskommision sitzt. Wenn der Azubi also so ein richtiger Spacken ist, der Küchechef und Prüfer also verständlicher weise keine lust mehr hat, den noch ein weiteres halbes Jahr bei sich zu beschäftigen. Dann spricht er sich mit den anderen Prüfern (man kennt sich ja untereinander) ab und dann besteht der Auszubildende seine Prüfung. Vielleicht mit ach und krach aber er kommt durch. Von solchen Machenschaften wurde mir leider wirklich schon berichtet. Sicher ist das eine Ausnahme, aber in jedem Fall der faksche weg.
Wenn man diese Tatsachen sieht, dann brauch man sich nicht wundern wenn die deutsche Gastronomie es schwer hat sich zu behaupten gegen Griechische, Chinesische oder Indische Restaurants. Welche ja durchaus eine ausgezeichnete Küche haben, nur um das mal festzuhalten.
Und damit hier nicht der Eindruck entsteht das ich mich für den besten Koch Deutschlands halte, erzähle ich anfang nächster Woche die nächste Story. Diesmal dann einen der peinlichsten Momente meiner laufbahn. Nämlich wie ich mich beim Zacherl persönlich blamierte.
Die Jugend von heute tzzzz – Das konnten wir uns damals so nicht erlauben!
by Majoran on Feb.25, 2006, under Geplapper
Diesen Ausspruch hat man selbst als Jugendlicher öfter gehört und dachte genervt “jetzt geht das schon wieder los”. Aber jetzt im fortgeschrittenen Alter von 28 Jahren muß ich sagen, ich kann die alten Säcke von damals verstehen. Wenn ich allein sehe wie sich die Auszubildenden aufführen und was die sich erlauben (können) wird mir schlecht und ich wünschte mir die Prügelstrafe wäre nie verboten worden. Sie können einen Apfel nicht von einer Birne unterscheiden, kennen aber ganz genau ihre Rechte.
Pflichten? Ich hab Pflichten? Davon weiß ich aber nix. Die wurden mir als erstes beigebracht, als ich meine Ausbildung absolviert habe. Danach kam irgend ein anderer Organisatorischer kram und wenn dann noch 2 Minuten zeit war, dann hat man vielleicht erfahren das man auch noch Rechte hat.
Ich hab noch keinen Gastronomischen Betrieb gesehen vorher, in dem die Auszubildenden es so gut haben wie in dem Hotel wo ich zur Zeit arbeite. Die müssen sich hier wirklich nicht tot machen und haben alle Freiheiten.Trotzdem sind sie nur am meckern, machen irgend welchen Blödsinn oder gammeln rum statt ihre Möglichkeiten und die Zeit zu nutzen.
Mal ganz ehrlich, als ich das 2. Lehrjahr begann verlangte mein Chef von mir das ich im á la Carte Geschäft auch mal allein am Herd stehen kann und den Posten schmeiße. Und das hat auch geklappt. Wir mußten die aktuelle Karte können(und diese wechselte alle 14 Tage) und selbstständig Arbeit sehen und diese dann auch erledigen. Hier und heute ist es so das die Kochazubis, egal ob 2. oder 3. Lehrjahr, nicht ein Gericht der Karte wirklich allein kochen können. Außer vielleicht den Hamburger von der Snack-karte, aber selbst den wollen sie mit Cherrytomaten belegen statt normale Strauchtomaten zu benutzen. Kosten ja auch nichts die Dinger. Nun ja, sie müssen also bei jedem Gericht erstmal auf die Karte schauen was überhaupt zu machen ist. Das ganze müssen sie aber mindestens 3 mal wiederholen weil von 12 bis Mittag können sie sich nichts merken. Wissen aber genau wie sie die nächsten 4 Wochen frei haben, mit wem sie zusammen arbeiten müssen, wie sie bei Counterstrike um die ersten drei Ecken kommen ohne angegriffen zu werden oder wann das nächste Album von Bushido oder irgend einen anderen Spacken erscheint.
Den kleinsten Handgriff machen sie erst nachdem sie dazu aufgefordert werden, obwohl sie genau wissen das es gemacht werden muß. Wenn irgendwer sagt das oder das muß noch gemacht werden, bleiben sie erstmal sitzen und warten bis ihr Name fällt. Vielleicht macht der nervige Facharbeiter oder Küchenchef es ja doch selbst. Ich hätte mich damals nicht mal getraut mich hinzusetzen, geschweige denn auch noch sitzen zu bleiben wenn jemand kommt und sagt das und das muß noch gemacht werden. Wenn wir nicht noch im selben moment unseren Arsch erhoben haben, wurde uns eine Sekunde später so in den selbigen getreten, das wir die nächsten 3 Wochen nicht mehr sitzen konnten und in der Berufsschule freiwillig in Mathe an die Tafel gingen um nicht sitzen zu müssen.
Gutes Beispiel heute erst wieder: Das Buffet war zu Ende und alles wurde abgebaut. Kurze zeit später kam der Supervisor aus dem Restaurant und sagte uns(Kollegin, Azubi und ich), das noch Obst und Gemüse das wir zur Dekoration benutzten am Buffet liegt. Allein dafür das es noch draußen liegt hätten wir früher einen Einlauf kassiert. Ohne das jemand was hätte sagen müssen, hätten wir uns aber in jedem Falle darum gekümmert. Heute passiert erstmal nichts. Der Auszubildende blieb erstmal Seelenruhig stehen und freute sich ein zweites Loch in den Arsch. Nach einer Minute registriert er dann mal langsam die pulsierenden Halsschlagadern der Facharbeiter, die zu diesem Zeitpunkt schon mehr Blut und Adrenalin befördern als ein Zug in Indien Fahrgäste.
Moment mal denkt sich also der Stift Auszubildende irgendwas muß ich jetzt tun. Die wollen doch was von mir, oder warum schauen die wie Klaus Kinski? Ach die Deko fällt es ihm ein, wie Schuppen aus den Haaren. Also fragt er: Können wir die nicht liegen lassen bis morgen? Das die Frage ernst gemeint ist, übergehen wir mal ganz ruhig. Er schnappt sich dann also eine Kiste und holt das “Grünzeug” rein. Nun könnte man davon ausgehen das er das gleich wieder ordentlich in die richtigen Kisten verräumt. Also Tomaten zu Tomaten und Orangen auch zu Orangen. Irgendwie kam er aber ziemlich schnell wieder aus dem Kühlhaus raus und da wir unsere “Schweine sowieso am gang erkennen” frag ich doch noch einmal nach um ihm eine Chance zu geben. “Ja, ich hab es verräumt” bestätigt er mir deutlich und Kopfnickend. Jetzt könnte man sich damit zufrieden geben, oder man schaut selbst noch mal nach, weil Schweine Grunzen und komisch gehen.
Ja, nee, is klar!
Noch Fragen?
Da Lügen sie einem Rotzfrech ins Gesicht und glauben wirklich man merkt es nicht. Verdammt! Wohin hab ich schon wieder den Rohrstock gelegt?
Mit dem Lügen haben sie es sowieso. Wenn man als Facharbeiter frei hat, kann man sich zu 90% sicher sein das der Küchenchef am nächsten Arbeitstag einem merkwürdige Fragen stellt. Verbockt der Azubi nämlich was, ist im Zweifelsfall immer der Facharbeiter schuld der just an dem Tag frei hat.
Herr/Frau … hat mir das aber so gezeigt. Ist ja auch einfacher als den Fehler zugeben. Aber ist ja nichts neues das immer die anderen Schuld sind.
Und am Sonntag berichte ich dann, warum die Deutsche Küche und Gastronomie langsam aber sicher den Bach runter gehen wird. Und, warum man nicht mehr kochen können muß, um die Prüfung der IHK zu bestehen.


